FFW Hof hat ihren Patenverein für das 150- jährige Gründungsfest
Das Wetter war perfekt, als die Hofinger am vergangenen Samstagnachmittag zu Fuß nach Haderstadl zogen, selbstverständlich mit Fahne, Musik und einem Fass Bier. Die beiden Fahnenträger Ludwig und Johann Bucher zeigten auf der langen und steilen Strecke, was sie konnten. In Haderstadl angekommen war der Dorfplatz schon voll mit den Mitgliedern der Haderstadlinger Wehr und einer Delegation der FFW Chameregg, dem designierten Ehrenpatenverein. Die beiden Festleiter Florian Irrgang und Helmut Baumgartner trugen ihre Bitte vor, die FFW Haderstadl möge doch angesichts der langen Freundschaft zwischen den beiden Wehren als Patenverein beim 150-jährigen Gründungsfest im Juli fungieren. Vor einer Zusage mussten die Hofinger jedoch noch harte Prüfungen bestehen. So hatten sie für die beiden Festleiter und die Kommandanten Markus Baumgartner und Bettina Wagner einen Holzrahmen gebaut, in dem die vier eine geschlagene Stunde knien mussten, während einige Andere Aufgaben zu erledigen hatten. Mit dem Knien allein war es jedoch noch nicht getan, jeder bekam „Insignien ihrer Macht“. Der Helmut einen Feuerwehrhelm mit einem Holzschild „I gib den Takt vor“ sowie eine mit Beton gefüllte große Uhr um den Hals, der Florian ebenfalls einen Feuerwehrhelm mit einem Holzschild „I muss ausbaden“ und Schwimmflügel, wohl ein Hinweis auf die unterschiedlichen Herangehensweisen der beiden. Bettina bekam eine Königskrone und einen Königsumhang und Markus einen Feuerwehrhelm mit blauer Signalleuchte. Und damit die vier nicht verdursteten bekamen sie Milchflaschen mit einem stärkenden Getränk. Bei der ersten Prüfung musste die Schirmherrin mit den beiden Festleitern zeigen, ob sie den Lamberg überhaupt kennen, wenn sie schon den Lamberger Bären als Maskottchen wählen. So hundertprozentig gelang das nicht, hatte die Karin doch gleich bei der Höhe des Lamberg die Kirche samt Kirchturm mit eingerechnet. Der Hofinger Vereinsdiener Thomas Schamberger musste dann beweisen, dass er Infopost für die Haderstadlinger auch an die richtige Adresse zustellen könnte. Knifflig wurde es, als die Haderstadlinger wissen wollten, ob die Hofinger auch unter erschwerten Bedingungen das Saugschlauchkuppeln beherrschen, wenn sie denn schon bei ihrem Fest einen „Kuppel-Cup“ durchführen. Die Hofinger schafften die Aufgabe mit Bravour, obwohl sie durch die Schweißerbrillen kaum etwas sehen konnten. Mit der nächsten Aufgabe wollten die Haderstadlinger wohl dem anwesenden Ersten Bürgermeister Martin Stoiber darlegen, wie wichtig ein neues Fahrzeug wäre. Denn sie hatten ein Tretfahrzeug organisiert, mit dem die Hofinger zu einem „Einsatz“ fahren mussten. Der Wassertruppmann Max Irrgang musste dazu mit Eimern Wasser holen, mit dem eine Handpumpe befüllt wurde. Die Festmutter Katrin Betz und die Festbraut Theresa Steinkirchner konnten dann das „brennende“ Haus löschten. Bei jeder erfüllten Aufgabe erhielten die Hofinger ein Holzschild mit einem Wort, bis endlich die Patenbraut Julia Gruber das erlösende „Ja“ aus einem oberen Fenster des Feuerwehrgerätehauses abseilte und der Schriftzug „Feierwehr Haderstodl sagt JA zu Hof“ zu lesen war.
Anschließend ging es gemeinsam nach Hilm in die neu erbaute, wunderschön dekorierte Halle von zweitem Vorstand Julian Klingseisen, wo es reichlich zu trinken von der Brauerei Hofmark und gut zu essen vom Gasthaus Schneider gab. Sogar eine große Hüpfburg hatten die Haderstadlinger aufgebaut. Festleiter Florian Irrgang begrüßte zunächst die Ehrenamtsträger aus Hof und Haderstadl sowie Lotte Zißler, die Hofinger Festmutter von 1980 und den damaligen Schirmherrn Anton Schamberger. Auch über die Anwesenheit des Ersten Bürgermeisters sowie der örtlichen Stadträte Stefan Schönberger und Thomas Platzer und des Pfarrers Sebastian Scherr freute er sich. Er wies auf die jahrzehntelange Freundschaft zwischen der FFW Haderstadl und der FFW Hof hin. Bei den vergangenen Festen war man jedes Mal gegenseitig Patenverein oder Ehrenpatenverein. Er verglich die Verbindung der beiden Vereine mit einer Ehe, in der derzeit eine besonders glückliche Phase herrsche. Anschließend übergab Helmut an den 1. Vorstand Martin Wals und den 1. Kommandanten Richard Müller noch einen mit ihren Namen versehenen Maßkrug, auf dass das Bier beim Fest im Juli niemals ausgehen möge. Nach mehreren Grußworten spielte das Quartett „Die Lumpen“ bis in die frühen Morgenstunden. Die Stimmung war grandios, die Bierbänke wurden kaum zum Sitzen gebraucht, weil fast alle, auch die älteren Semester, auf den Bänken standen. Besonders der Hofinger Kassier Jürgen Steinkirchner genoss die Stimmung und vollführte geradezu Freudensprünge, wird er doch beim Fest selbst immer im Festbüro sitzen müssen. Auch der Lamberger Bär schaute kurz vorbei, worüber sich besonders die Kinder freuten. Nach glücklichen Stunden machten sich schließlich einige der letzten Hofinger kurz vor dem Morgengrauen zu Fuß auf den langen Heimweg hinab ins Tal.


