Patenbrautbitten der FFW Haderstadl

Das 150-jährige Jubiläum der FFW Hof vom 16. – 20. Juli 2026 warf am Samstagabend wieder einmal seine Schatten voraus, sehr lange Schatten, wie sich herausstellen sollte. Der Patenverein der Hofinger, die FFW Haderstadl, hatte sich nämlich mit der 26-jährigen Julia Gruber eine Feuerwehrlerin mit Leib und Seele ausgesucht, die den ganzen Verein beim Fest schmücken sollte. Gemeinsam mit einer Abordnung des Jubelvereins und des Ehrenpatenvereins, der FFW Chameregg, zog die Vorstandschaft mit Musik, dem Vereinstaferl und der Fahne von Haderstadl aus zum elterlichen Anwesen von Julia in Hilm. Der 1. Vorstand Martin Wals gab sich in Reimform große Mühe, seine Wertschätzung für Julia auszudrücken. So ist sie denn nicht nur hübsch, klug und fleißig (sie arbeitet als PTA in einer Apotheke), sondern vor allem mit der Feuerwehr seit Kindesbeinen an fest verwurzelt, genauso wie die gesamte Familie Gruber. Aber die Julia wollte zuerst wissen, ob sich denn die beiden Vorstände, der Martin und der Julian Klingseisen, sowie die Kommandanten Richard Müller und Alexander Eberl überhaupt noch ausreichend feuerwehrtechnisch auskennen. Und nachdem sie eine von drei Kinderbeauftragten der Feuerwehr ist, führte sie kurzerhand die fünf Aufgaben der Kinderflamme, nämlich eine Feuerwehraufgabe, Brandschutzerziehung, Erste Hilfe, eine Teamaufgabe und einen mündlichen und schriftlichen Teil in etwas altersangepasster Form durch. Als erstes mussten sich die vier Herren einen Verband in der Hand anlegen, in der sie einen Maßkrug trugen. Das klappte noch einigermaßen elegant. Bei der nachfolgenden Aufgabe, sich zu viert auf eine Rettungsdecke zu stellen und diese umzudrehen, ohne die Rettungsdecke zu verlassen, kam es dann aber zu erheiternden Verrenkungen. Als das geschafft war, kam schon die nächste Herausforderung: das Anlegen eines Brustgurts mit Spierenstich. Mit Ach und Krach gelang auch das, leider nicht in der geforderten Zeit. Dann aber wurde es richtig knifflig. Denn Julia wollte wissen, ob die vier Herren sie auch wirklich gut kennen. Und deshalb stellte sie Fragen nach ihrer Schuhgröße, der Anzahl ihrer Tattoos, ihrem Lieblingslied bei Feuerwehrveranstaltungen, wie viele Dirndl sie besitzt, was ihr Lieblingsgetränk ist und welchen Platz die FFW Haderstadl im Jahr 2017 bei den Jugendwettspielen belegt hat. Zum großen Erstaunen der Anwesenden wussten der Martin, der Julian, der Richard und der Alexander fast alles. Abschließend musste nur noch die „Brandschutzaufgabe“ bestanden werden: die Vier bekamen nacheinander drei Schnäpse vorgesetzt und mussten erraten, welcher das ist. Schon beim ersten waren sie sich gar nicht einig. So kamen Aussagen wie „ein Schnaps ist es auf jeden Fall“ bis zu „mild“ und „der hat über 60 %!“ Aber die Julia ließ in diesem Fall Milde walten und sagte wegen der Gesamtleistung schließlich doch Ja. Und da sie genau an diesem Tag Geburtstag hatte bekam sie von der Feuerwehr noch ein Geburtstagsgeschenk und alle Anwesenden sangen ihr ein Ständchen. Von Florian Irrgang und Helmut Baumgartner, den beiden Vorständen der FFW Hof, bekam sie dann noch einen Blumenstrauß und den ersten der mit ihrem Namen versehenen Festkrüge mit dem Versprechen, dass dieser Krug beim Hofinger Fest niemals leer werden würde. Anschließend wurden alle von Julia, ihrem Freund Johannes und ihren Eltern Max und Anita sowie ihren drei Schwestern bestens bewirtet. Die „Woid Lumpn“, zwei junge Burschen aus Weiding und Eschlkam, spielten zünftig auf und so wurde es ein äußerst vergnüglicher Abend. Gerüchten zufolge blieben die Hofinger bis halb fünf Uhr früh und damit fünf Minuten länger als die Chameregger, weil sie sich vom Godl nicht mehr derblecken lassen wollten wenn sie allzu früh mit dem Feiern aufhören.