Der reale Hintergrund des Hofinger Feuerwehrmaskottchens
Nicht ohne Grund hat die FFW Hof einen Bären als Botschafter für ihr 150-jähriges Feuerwehrjubiläum vom 16. – 20. Juli 2026 gewählt. Denn seit 1983 befindet sich an der Außenwand der Kirche zur Hl. Walburga auf dem Lamberg das Bildnis eines Jägers, der einen Bären erschießt. Dieses Bildnis wurde von Matthias Voit, dem damaligen Pfarrer der Urkirche Chammünster, bei dem Altöttinger Kunstmaler und Bildhauer Kurz Porzky in Auftrag gegeben. Bereits seit etwa dem Jahre 1934 gab es an der Lambergkirche eine Bären-Jagdszene, die ein namentlich nicht mehr bekannter Zeichenlehrer von der Oberrealschule in Cham gemalt hatte und die eine noch frühere Darstellung einer Sonnenuhr ersetzte. Diese Darstellung wurde 1965 von dem bekannten Regensburger Maler und Künstler Fritz Wurmdobler neu gemalt. Dass die Malerei einen realen Hintergrund hat, kann der Hofinger Heimatforscher und Dorfchronist Peter Stoiber mit mehreren historischen Funden belegen. Stoiber, der sich seit vierzig Jahren mit heimatkundlichen Themen befasst und unzählige historische Bücher gesammelt hat, fand in einem alten böhmischen Jagdbuch den Hinweis, dass am Lamberg im 18. Jahrhundert noch Bären geschossen wurden. Und er weiß auch noch von der mündlichen Überlieferung, der zufolge beim Ausbau des sog. Franzosenweges am Lamberg (heute der Weg zum Funkmast), der von französischen Kriegsgefangenen im Jahre 1915 begonnen wurde, eine oder mehrere Höhlen gefunden wurden. Und vor allem fand Peter Stoiber einen Bericht des in Cham am 8. Februar 1790 als 6. Kind eines Mautners (Zollbeamten) und Salzhändlers geborenen Heimatforschers Joseph Rudolf Schuegraf. Schuegraf, der sich zunächst als Schreiber und bei der königlichen Finanzdirektion verdingte, musste seinen Militärdienst aus gesundheitlichen Gründen bereits in jungen Jahren aufgeben. Dies ermöglichte ihm, seine Tätigkeit als Mundartforscher und regional tätigem Historiker zu intensivieren. Schuegraf ist es zu verdanken, dass viele historische Akten gerettet wurden. Und so konnte auch folgende Geschichte überliefert werden: „Von einem Mesner des Kirchleins zur heiligen Walburga, der um 1700 lebte, wird erzählt, dass dieser ein eifriger Nimrod (sic. leidenschaftlicher Jäger) war. In den fast undurchdringlichen Wäldern gab es noch Bären, die mit Vorliebe von dem Kirchendiener im Geheimen gejagt wurden. Seine Jagdleidenschaft stieg so weit, dass er den Raubtieren bis in ihre finsteren Höhlen nachkroch und sie mit seinem Gewehr niederschoss. Auf dem Büchsenlauf steckte er immer ein brennendes Wachslicht, um in der Finsternis der tiefen Felsenhöhlen besser zielen zu können. Der Mesner soll 90 Jahre alt geworden sein und man fand nach seinem Tode in seiner Behausung an die 100 Bärenfelle.“ Ob tatsächlich derart viele Bärenfelle gefunden wurden, sei dahingestellt. Da die Gegend um Cham, ebenso wie der gesamte Bayerische Wald, zur damaligen Zeit fast gänzlich bewaldet war, erscheint jedoch durchaus glaubhaft, dass es Bären gab am Lamberg. Der letzte Bär ist laut Aussage der Hofinger nach einem rund 250-jährigen Winterschlaf wieder erwacht und zu ihrem Freund geworden. Und Joseph Rudolf Schuegraf, der am 28. Oktober 1861 verstarb, wurde für seine Verdienste bereits im Jahre 1871 von seiner Heimatstadt geehrt, in dem eine Straße nach ihm benannt wurde.


